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<title>Theodor Wacker</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Theodor Wacker</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Theodor Wacker</b> (* <a href="5._November" title="5. November">5. November</a> <a href="1845" title="1845">1845</a> in <a href="Bohlsbach" title="Bohlsbach">Bohlsbach</a>; † <a href="9._November" title="9. November">9. November</a> <a href="1921" title="1921">1921</a> in <a href="Freiburg_im_Breisgau" title="Freiburg im Breisgau">Freiburg</a>) war ein deutscher katholischer Geistlicher und <a href="Baden_(Land)" title="Baden (Land)">badischer</a> Politiker.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<p>Wacker studierte von 1865 bis 1868 in Freiburg <a href="Katholische_Theologie" title="Katholische Theologie">Katholische Theologie</a>, besuchte das <a href="Katholisches_Priesterseminar" title="Katholisches Priesterseminar">Priesterseminar</a> in <a href="St._Peter_(Hochschwarzwald)" title="St. Peter (Hochschwarzwald)">St. Peter</a> und empfing am 4. August 1869 durch <a href="Bistumsverweser" class="mw-disambig" title="Bistumsverweser">Erzbistumsverweser</a> <a href="Lothar_von_K%C3%BCbel" title="Lothar von Kübel">Lothar von Kübel</a> die <a href="Priesterweihe" class="mw-redirect" title="Priesterweihe">Priesterweihe</a>. Nach einer Station als <a href="Vikar" title="Vikar">Vikar</a> in <a href="Konstanz" title="Konstanz">Konstanz</a> wurde er 1870 <a href="Benefiziat" title="Benefiziat">Benefiziat</a> am <a href="Freiburger_M%C3%BCnster" title="Freiburger Münster">Freiburger Münster</a>. Seit 1883 war er als <a href="Pfarrer" title="Pfarrer">Pfarrer</a> in <a href="Z%C3%A4hringen_(Freiburg_im_Breisgau)" title="Zähringen (Freiburg im Breisgau)">Zähringen</a> tätig.
</p><p>Seine politische Karriere begann er 1874 als Leiter des Katholischen Bürgervereins in Freiburg. Er war auch <a href="Redakteur" title="Redakteur">Redakteur</a> des <i>„Freiburger Boten“</i> und agitierte auf diesem Weg gegen die <a href="Nationalliberale_Partei" title="Nationalliberale Partei">nationalliberal</a> und <a href="Luthertum" title="Luthertum">protestantisch</a> dominierte badische Regierung. Anlässlich der <a href="Reichstagswahl_1874" title="Reichstagswahl 1874">Reichstagswahl 1874</a> veröffentlichte er einen „Wahlunterricht“ mit „Zehn Geboten für die Wähler“. Auf Landesebene engagierte er sich in der <a href="Katholische_Volkspartei_(Baden)" title="Katholische Volkspartei (Baden)">Katholischen Volkspartei</a>, für die er von 1879 bis 1887 der <a href="Badische_St%C3%A4ndeversammlung" title="Badische Ständeversammlung">Badischen Ständeversammlung</a> angehörte.
</p><p>In dem seit 1883 innerhalb der Katholischen Volkspartei geführten Streit über den Umgang mit der nationalliberalen Mehrheitsfraktion im Landtag war er der Hauptgegner des Parteivorsitzenden <a href="Franz_Xaver_Lender" title="Franz Xaver Lender">Franz Xaver Lender</a>, der auf Ersuchen des Bischofs <a href="Johann_Baptist_Orbin" title="Johann Baptist Orbin">Johann Baptist Orbin</a> auf Kooperation setzte. Nachdem Lender 1887 nicht mehr zum Vorsitzenden gewählt worden war, übernahm Wacker, vom Zentrumspolitiker <a href="Ludwig_Windthorst" title="Ludwig Windthorst">Ludwig Windthorst</a> ermuntert, selbst die Parteiführung. Im Oktober 1888 schrieb die Partei in sechs Grundsatzresolutionen die konfrontative Linie fest und änderte ihren Namen in „Zentrumspartei“, um die inhaltliche Übereinstimmung mit der gleichnamigen <a href="Deutsche_Zentrumspartei" title="Deutsche Zentrumspartei">Schwesterpartei in Preußen</a> zu unterstreichen.
</p><p>1891 wurde Wacker erneut in die Ständeversammlung gewählt. Seine Oppositionsarbeit trug jedoch in den Folgejahren keine politischen Früchte, lediglich das <a href="Mission_(Christentum)" title="Mission (Christentum)">Missionsverbot</a> für auswärtige <a href="Ordensgemeinschaft" title="Ordensgemeinschaft">Ordensleute</a> wurde 1893 aufgehoben. Ab 1897 stritt sich Wacker in der Presse mit dem Bonndorfer Pfarrer <a href="Fridolin_Honold" title="Fridolin Honold">Fridolin Honold</a>, den Wacker ausspionieren lassen wollte, nachdem Honold seinen Gemeindemitgliedern die Entscheidung überlassen hatte, die Zentrumspartei zu wählen.<sup id="cite_ref-krone_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-krone-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>1899/1900 beschloss die zweite Kammer zwar, dass sich auch in Baden selbst wieder Orden ansiedeln dürften, von der ersten Kammer wurde dies jedoch nicht bestätigt. Nach diesem Scheitern signalisierten Großherzog <a href="Friedrich_I._(Baden%2C_Gro%C3%9Fherzog)" title="Friedrich I. (Baden, Großherzog)">Friedrich I.</a> und die badische Regierung dem neuen Bischof <a href="Thomas_N%C3%B6rber" title="Thomas Nörber">Thomas Nörber</a>, dass die Regierung nur dann kompromissbereit sei, wenn die Zentrumspartei im Landtag weniger konfrontativ auftrete. Da er dem nicht im Weg stehen wollte, schied Wacker 1903 aus dem Landtag aus, blieb aber noch bis 1917 Parteivorsitzender.
</p><p>Im innerkatholischen, auf Reichsebene geführten <a href="Gewerkschaftsstreit" title="Gewerkschaftsstreit">Gewerkschaftsstreit</a> vertrat Wacker die Position, dass <a href="Katholische_Arbeitnehmer-Bewegung" title="Katholische Arbeitnehmer-Bewegung">katholische Arbeiter</a> sich auch überkonfessionellen Gewerkschaften anschließen dürften. Dadurch geriet er in einen Konflikt mit der Amtskirche, nachdem Papst <a href="Pius_X." title="Pius X.">Pius X.</a> 1912 in der <a href="Enzyklika" title="Enzyklika">Enzyklika</a> <a href="Singulari_quadam_(Pius_X.)" title="Singulari quadam (Pius X.)">Singulari quadam</a> die Mitgliedschaft katholischer Arbeiter in nichtkatholischen Arbeiterorganisationen nur ausnahmsweise gestattete. Dennoch griff Wacker auf einer Versammlung der Zentrumspartei am 15. Februar 1914 im großen Saal des Städtischen <a href="Saalbau_Essen" title="Saalbau Essen">Saalbaus</a> in Essen die Anhänger der rein katholischen Arbeiterorganisationen scharf an und forderte überdies, dass die politische Betätigung von Katholiken nicht der Autorität der <a href="Amtskirche" title="Amtskirche">Amtskirche</a> unterliege solle. Seine Rede mit dem Titel „Zentrum und kirchliche Autorität“, die in einer Broschüre „Gegen die Quertreiber“ abgedruckt wurde, wurde daraufhin am 3. Juni 1914 <a href="Index_Librorum_Prohibitorum" class="mw-redirect" title="Index Librorum Prohibitorum">indiziert</a>. Wacker, der dadurch schwer getroffen wurde, unterzeichnete am 13. August 1914 eine Erklärung, welche die Indexkongregation zufriedenstellte. Im Konflikt mit Rom stellte sich die katholische Presse in Deutschland mehrheitlich hinter Wacker. Die <a href="Essener_Volkszeitung" title="Essener Volkszeitung">Essener Volkszeitung</a> schrieb im Juli 1914 über Wacker: „In unablässiger stiller Arbeit hat er sein Ziel verfolgt, und dieses Ziel war die Besserung der kirchlichen Verhältnisse in Baden, wo der Wessenbergische Geist auch im Klerus bis hoch in das vergangene Jahrhundert sich in schädigender Weise geltend gemacht hat. Die kirchlichen Verhältnisse Deutschlands sind nicht überall genügend bekannt; wären sie es, würde man in dem Geistlichen Rat Wacker einen der bedeutendsten Kirchenpolitiker Deutschlands dieses und des vergangenen Jahrhunderts schätzen.“<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Veröffentlichungen_(Auswahl)"><span id="Ver.C3.B6ffentlichungen_.28Auswahl.29"></span>Veröffentlichungen (Auswahl)</h2></div>
<ul><li><i>Das Zusammenarbeiten der gläubigen Christen beider Konfessionen im öffentlichen Leben</i>, in: Badischer Beobachter Nr. 97, 7. April 1914, 2. Blatt / Badischer Beobachter Nr. 98, 8. April 1914, 2. Blatt.</li>
<li><i>Dem Trierer „Quertreiber“-Organ zur Erwiderung</i>, in: Badischer Beobachter Nr. 103, 15. April 1914, S. 1.</li>
<li><i>Das Trierer „Quertreiber“-Organ betreffend noch einmal</i>, in: Badischer Beobachter Nr. 118, 30. April 1914, S. 1.</li>
<li><i>Feststellungen in Sachen neuer Angriffe der „Petrus-Blätter“</i>, in: Badischer Beobachter Nr. 133, 15. Mai 1914, S. 1.</li>
<li><i>Zur Richtigstellung und Erwiderung</i>, in: Badischer Beobachter Nr. 134, 16. Mai 1914, S. 1 / Badischer Beobachter Nr. 135, 17. Mai 1914, 2. Blatt (Replik auf einen Artikel in der <a href="Stra%C3%9Fburger_Post" title="Straßburger Post">Straßburger Post</a>).</li>
<li><i>Bestrebungen und Arbeiten der organisierten Katholiken in ihrer Bedeutung für unser deutsches Vaterland</i>, in: Badischer Beobachter Nr. 160, 12. Juni 1914, S. 1f.</li>
<li><i>Meine Unterwerfungs-Erklärung gegenüber dem Verdikt der Index-Kongregation</i>, in: Badischer Beobachter Nr. 187, 10. Juli 1914, S. 1.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>H. Bender, F. Sepaintner: <i>Theodor Wacker</i>. In: <i>Badische Biographien</i> Bd. 2, 1987, S. 294–297 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.leo-bw.de/web/guest/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/119518074/Wacker+Theodor">Digitalisat</a>).</li>
<li>Karl Josef Rivinius:&nbsp;<i>Wacker, Theodor.</i> In: <i><a href="Biographisch-Bibliographisches_Kirchenlexikon" title="Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon">Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon</a></i> (BBKL). Band 13, Bautz, Herzberg 1998, ISBN 3-88309-072-7, Sp. 130–133.</li>
<li>Frank Engehausen: <i>Kleine Geschichte des Großherzogtums Baden</i>. Braun, Karlsruhe 2005, S. 166 ff.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;query=119518074">Literatur von und über Theodor Wacker</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.kas.de/wf/de/71.8610/">Biografische Webseite der Konrad-Adenauer-Stiftung</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://digital.blb-karlsruhe.de/Landtagsprotokolle/topic/view/792873?q=258">Redebeiträge</a> von Theodor Wacker im Badischen Landtag in den Digitalen Sammlungen der <a href="Badische_Landesbibliothek" title="Badische Landesbibliothek">Badischen Landesbibliothek</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-krone-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-krone_1-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Dr. Krone: <i>Ein denkwürdiger geistlicher Brief</i> in: <a href="Willibald_Beyschlag" title="Willibald Beyschlag">Willibald Beyschlag</a> (Hrsg.): <i>Deutsch-evangelische Blätter. Zeitschrift für den gesammten Bereich des deutschen Protestantismus</i>. 23, 1898, S. 140–145, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.com/books?id=yTQpAAAAYAAJ&amp;pg=PA143&amp;q=honold+evangelische#v=onepage">Volltext</a> in der Google-Buchsuche-<a href="https://de.wikisource.org/wiki/Wikisource:Google_Book_Search#Nutzung_eines_US-Proxys" class="extiw external" title="s:Wikisource:Google Book Search">USA</a></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Badischer Beobachter Nr. 194, 17. Juli 1914, S. 1.</span>
</li>
</ol>
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Normdaten&nbsp;(Person): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/119518074">119518074</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/72205797/">72205797</a></span> | </div>
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